Es gibt eine Zahl in jedem Unternehmen, die selten laut ausgesprochen wird: der Zinssatz auf dem Kontokorrentkredit.
Nicht weil sie unwichtig wäre. Sondern weil sie sich so selbstverständlich angefühlt hat, dass niemand mehr hinterfragt ob sie sein muss.
Kontokorrentkredite kosten im deutschen Mittelstand heute typischerweise zwischen 7 und 12 Prozent pro Jahr — je nach Bank, Bonität und Verhandlungsposition. Das klingt überschaubar. Aber was bedeutet das konkret?

Was der Kontokorrent wirklich kostet
Ein Unternehmen mit 8 Mio. € Jahresumsatz, das seinen Kontokorrentkredit zu 80 Prozent ausschöpft — sagen wir, 400.000 € dauerhaft in Anspruch nimmt — zahlt bei 9 Prozent Zinsen rund 36.000 € pro Jahr.
Nur dafür, dass Geld da ist wenn es gebraucht wird.
Das ist kein dramatischer Betrag. Aber es ist auch keine unvermeidbare Ausgabe — wenn man versteht warum der Kontokorrent überhaupt so stark beansprucht wird.
Und genau hier liegt das eigentliche Problem.
Der Kontokorrent ist ein Symptom — keine Lösung
Die meisten Unternehmen nutzen ihren Kontokorrentkredit nicht weil sie zu wenig Eigenkapital haben. Sie nutzen ihn weil Geld, das ihnen bereits gehört, noch nicht bei ihnen angekommen ist.
Kunden die nach 74 Tagen zahlen statt nach 30. Lager das 60 Tage gebunden ist. Lieferanten die in 14 Tagen bezahlt werden obwohl 45 Tage vereinbart wären.
In diesem System ist der Kontokorrent die Lücke zwischen dem Geld das buchhalterisch vorhanden ist — und dem Cash das tatsächlich verfügbar ist.
Wer die Lücke mit Kredit schließt, bezahlt dafür jedes Jahr. Wer die Lücke verkleinert, spart — und schläft besser.
Was das in der Praxis bedeutet
Nehmen wir dasselbe Unternehmen mit 8 Mio. € Umsatz. Aktueller Cash Conversion Cycle: 80 Tage. Das bedeutet rund 1,75 Mio. € dauerhaft gebunden.
Der Kontokorrent springt ein wenn es eng wird. Zinsen laufen. Monat für Monat.
Jetzt eine andere Berechnung: Was passiert wenn der CCC von 80 auf 60 Tage sinkt?
Die Rechnung: 20 Tage × 8 Mio. € ÷ 365 = rund 438.000 € freigesetzt.
438.000 € die nicht mehr im System gebunden sind. Die nicht mehr mit Kontokorrentzinsen finanziert werden müssen. Die für Investitionen, Rücklagen oder einfach als Puffer zur Verfügung stehen.
Bei 9 Prozent Zinsen: das sind rund 39.000 € Zinsersparnis pro Jahr. Dauerhaft.
Warum das so selten passiert
Weil der Kontokorrentkredit bequem ist. Er ist sofort verfügbar. Er braucht keine Verhandlung. Er löst das Problem in dem Moment in dem es entsteht.
Was er nicht löst: die Ursache.
Und weil er das Problem immer wieder löst, fällt die Ursache nie auf. Der Kontokorrent wird zum Standard — und die Zinsen werden zur fixen Kostenposition die niemand mehr in Frage stellt.
Dabei ist Working Capital die günstigste aller möglichen Finanzierungsquellen. Kapital das bereits im Unternehmen steckt — in Lager, Forderungen, Zahlungszyklen — braucht keine Bank, keinen Zinssatz, keine Sicherheit.
Es muss nur freigesetzt werden.
Was das für Ihr Unternehmen bedeutet
Der erste Schritt ist zu wissen wie hoch Ihr Cash Conversion Cycle ist. Wie viel Kapital dauerhaft gebunden ist. Und wie viel davon mit konkreten Maßnahmen in den nächsten 90 Tagen freigesetzt werden könnte.
Gewinn ist Theorie. Liquidität ist Realität.
Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.
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